Donnerstag, 26. Oktober 2017

Neuer Lebensraum für Schmetterlinge

An einem strahlend schönen und warmen Herbsttag haben wir in Steilshoop eine Schmetterlingswiese angelegt und eine Plastikmüllsammelaktion durchgeführt. 

Unsere Oktoberaktion fand in gut eingespielter Kooperation mit dem NABU-Hamburg
an der Streuobstwiese am Appelhofweiher statt, wo wir bereits in den letzten zwei Jahren Schmetterlingswiesen gepflanzt haben.

© Live To Love Germany

Auf dem Gelände lag bereits ein großer Haufen Sand bereit. Die Kinder fanden den großen Sandhaufen sehr anziehend und fingen gleich an zu buddeln. Die Erwachsenen teilten sich zunächst in Teams für die Anlage der Schmetterlingswiese, den Infopavillon und die Plastikmüllsammelaktion auf.

Schubkarren, Spaten, Schaufeln, Gießkannen und Pflanzen wurden entladen, Müllsäcke und Greifer verteilt, Infomaterial wurde bereitgelegt und los ging´s. 

© Live To Love Germany

Sonnig gelegen und von einer Seite her durch eine Hecke geschützt, fand die neue Wiese einen idealen Standort etwas abseits der Wege. Das Abtragen der dichten Grasnarbe war eine anstrengende Angelegenheit. Die Soden wurden für eine spätere Verwendung durch den NABU sorgfältig beiseite gelegt. Danach musste der Sand mit Schubkarren zu dem neuen Wiesenareal gebracht und gleichmäßig verteilt werden, eine Aufgabe bei der sich die Kinder sehr engagierten. Der Sand bietet optimale Wachstumsbedingungen für die Pflanzen, deren Nutzen für die Schmetterlinge Michael vom NABU kurz erklärt, bevor Jung und Alt gemeinsam daran gingen sie einzupflanzen. 

© Live To Love Germany

Aller Unrat den die Seebek auf ihrem Weg durch Hamburgs Nordosten aufnimmt, wird in den Appelhofweiher gespült, wo er sich am Ufer ablagert. Bei unserer Müllsammelaktion hat eines unserer Teams einen Teil des Uferbereichs von Plastikteilen und Styropor befreit.

© Live To Love Germany

Unsere Arbeit stieß auf reges Interesse bei den Spaziergängern, von denen viele unseren Infopavillon besuchten und sich über die Arbeit von Live To Love informierten. Besonderes Interesse wurde unseren Umweltschutz- und Tierschutzaktionen entgegengebracht.

© Live To Love Germany

Zum Abschluss unserer Aktionen gab es für alle Teilnehmer Erfrischungen und Kuchen im Schatten unseres Pavillons.
 
© Live To Love Germany


Donnerstag, 19. Oktober 2017

Sei dabei, wir machen das Seeufer plastikfrei - unsere September Müllsammelaktion

Nach der Meuterei gegen Plastik im Juli bei der wir Teile des Elbufers gesäubert haben, ging es mit unserer Septemberaktion „ Sei dabei, wir machen das Seeufer plastikfrei !“ im Hamburger Stadtpark am Sonntag den 17.09.17 weiter.

© Agnes Forsthuber

Weil Plastikmüll uns alle angeht, haben sich bei unserer Aktion wieder Alt und Jung gemeinsam engagiert und die Hamburger erhielten zusätzlich tatkräftige Unterstützung aus Osnabrück.

Die Kinder waren bei Starkregen und anhaltenden Gewittern mit großer Begeisterung bei der Sache. Sie sind mit der Natur noch so verbunden dass jedes Wetter für sie interessant und eine besondere Erfahrung ist. Regen kann die Wangen sanft streicheln oder tolle Rhythmen auf die Kapuze trommeln. Bei Gewitter im Freien zu sein ist aufregend; die Blitze sind hell und vor dem dunklen Himmel sehr schön, der Donner ist mal sehr laut und mal erstaunlich leise und bei Gewitter hat die Luft einen ganz besonderen Geschmack. Wir Erwachsenen konnten von den Kindern lernen das Wunder des Wetters neu zu erleben und ihnen ein paar der Phänomene erklären.

© Agnes Forsthuber

Wetterfest gekleidet und mit Gummistiefeln versehen machten wir uns hochmotiviert auf das Ufer des Stadtparksees zu reinigen. Mit Greifern, Keschern und Müllsäcken ausgestattet, 
gingen wir daran die Abfälle zu beseitigen. 
  
© Agnes Forsthuber

Das Wetter erleichterte uns sogar ein bisschen unsere Arbeit. Plastikmüll im seichten Ufer- bereich ist für Fische und Wasservögel besonders gefährlich, es war daher hilfreich, dass 
der Wasserspiegel des Sees etwas angestiegen war, so dass Abfall aus den unzugänglichen Uferbereichen geschwemmt wurde und leichter einzusammeln war. Neben Bechern, Tellern, leeren Flaschen und Verpackungsmaterial aller Art, haben wir sogar auch eine Gerüstbohle
aus dem Wasser gezogen. Sollte beim Aufbau der großen Bühne für das nächste Rolling 
Stones Konzert ein Teil fehlen – wir wissen wo es ist und geben es gerne zurück.

© Agnes Forsthuber

Alle gefüllten Säcke wurden zu unserem Infopavillon gebracht, an dem man sich über die Gefahren von Plastik und Alternativen dazu informieren konnte. Trotz des herausfordernden Wetters waren alleTeilnehmer glücklich nach der gelungenen Aktion. Zum Abschluss gab es
für alle Kaffee, Tee und Kuchen und eine herzliche Einladung zur Pflanzung einer Schmetterlingswiese am 15.10.17

© Agnes Forsthuber

Sonntag, 30. Juli 2017

Meuterei am Elbstrand

Bei unserer Aktion im Juli haben die Live To Love Piraten gegen Plastik gemeutert und den Elbstrand bei Övelgönne geentert.  An unserem Infostand wurden alle jungen und jung gebliebenen Teilnehmer mit Piratentüchern, Müllsäcken und Handschuhen ausgestattet und einer der Sammelgruppen zugeteilt.

© Agnes Forsthuber
Es gab die Möglichkeit normalen Müll oder Mikroplastik zu sammeln. Viele Kinder fragten sehr interessiert was Mikroplastik sei und wie man es sammelt, so konnten gleich zu Beginn der Aktion erste Informationen über Plastik vermittelt werden. Die Gruppen begaben sich an den Anfang des Areals und bald sammelten über 40 Kinder und Jugendliche in vier Gruppen mit großem Eifer Plastik und sonstigen Unrat im Strand- und Uferbereich. Zwei weiter Gruppen durchsiebten in einem Strandabschnitt sehr viel Sand nach Mikroplastik. Auch die Erwachsenen sammelten fleißig mit und informierten sich an unserem gut besuchten Infostand über Plastikvermeidung, Alternativen zu Plastik und die Arbeit und Ziele von Live To Love.

© Agnes Forsthuber
Nach anderthalb Stunden trafen sich alle Gruppen an der extra aufgebauten Schiffswaage wo die Müllsäcke von unserem Piratenkapitän gewogen wurden. 

© Agnes Forsthuber
Der schwerste Müllsack mit einem Gewicht von 5.203 Gramm wurde von Piet abgegeben. Der Mikromüll wurde wegen der Chancengleichheit mit dem Faktor 3,5 multipliziert. Henry, Fiete und Benja sammelten 983 (3.440) Gramm Mikromüll und belegten damit den zweiten Platz knapp vor Ben, Hannah, Eric und Noah die zusammen 3018 Gramm Müll und einen alten Schuh sammelten. Insgesamt kamen über 40 Kg Müll zusammen, davon fast 2,5 Kg des für Fische und Vögel besonders gefährlichen Mikroplastiks. Für das tolle Ergebnis wurden alle Kinder mit einem Geschenk aus der großen Schatzkiste und einem kleinen Korkschiffchen belohnt.  

© Agnes Forsthuber
Zum Abschluss haben sich alle bei leckeren, selbst gemachten Speisen und Getränken gestärkt und sich dabei über die erschreckend große Müllmenge und lustige Fundstücke ausgetauscht.
Als in unmittelbarer Nähe zu unserem Stand einige junge Männer einen Einweggrill auspackten und anzündeten ging ein kleiner Junge beherzt auf sie zu und forderte sie nachdrücklich auf später gefälligst anständig aufzuräumen.

© Agnes Forsthuber

Montag, 26. Juni 2017

Von der Sauna zum Hühnerhaus - unsere Juniaktion auf dem Gnadenhof


© Live To Love Germany
Bei heißen Sommertemperaturen haben wir  bei unserer Live To Love Aktion im Juni auf dem Gnadenschutzhof Sol Luna ein neues Domizil für die Hühner errichtet. Eine alte Sauna aus Fertigbauteilen wurde an einem schattigen Plätzchen neu aufgebaut, mit Fächern für Nester ausgestattet und frisch gestrichen. 

Bereits während der Aufbauarbeiten kamen immer wieder Hühner vorbei um sich schon mal einen guten Platz für ein Nest auszusuchen. Das kleine alte Hühnerhaus wurde neben das neue Haus gestellt und ebenfalls frisch gestrichen, in kurzer Zeit erstrahlte es in neuem Glanz.

© Live To Love Germany
Auf dem Gelände des Gnadenhofes wurde ein Kabelkanal gegraben, die Wiesen wurden abgeäppelt und vom für Pferde giftigen Jakobskreuzkraut befreit. Alle tierischen Bewohner wurden gestreichelt, gestriegelt, gebürstet und ausgiebig mit Möhren, altem Brot und Äpfeln verwöhnt. 

© Live To Love Germany
Besonders bewegend war für viele von uns die Begegnung mit der  neuesten Bewohnerin des Gnadenschutzhofes, einer sehr traumatisierten Kuh die dem Schlachter entkam und eine Zeit lang wild lebte. Obwohl sie auf Menschen gelegentlich aggressiv reagiert, ließ sie sich von uns füttern und ein bisschen zwischen den Augen kraulen.

Willi Meiners hat unsere Aktion und den Gnadenhof mit einer sehr großzügigen Futtermittelspende unterstütz, vielen Dank dafür.

Zum Abschluss unserer Aktion gab es Kaffee und Kuchen für alle Helfer und Besucher des Gnadenhofes. Es war ein sehr schöner und glücklicher Tag für uns alle. 

© Agnes Forsthuber

Sonntag, 28. Mai 2017

Jung trifft Alt - unsere Aktion auf dem Gnadenhof



Am Sonntag waren wir auf dem Gnadenhof  in Barlt. Bei strahlendem Sonnschein haben wir uns zunächst bei Kaffee und Kuchen zusammengesetzt, die anfallenden Aufgaben besprochen und die Teams zusammengestellt. Frisch gestärkt machten sich dann alle ans Werk. 

© Agnes Forsthuber
Zuerst haben wir die großzügigen Futterspenden  vom Heimtierpartner Zoo-Markt Alsterdorf und der Tierbar in Eimsbüttel ausgeladen und an Frau Mainus übergeben. Die Hunde und Katzen er- hielten davon selbstverständlich sofort Leckerlie-Kostproben die für gut befunden wurden.

Danach ging es zur großen Weide wo wir die Pferde und Ponys mit Möhren und Äpfeln verwöhnten.

© Agnes Forsthuber
Reginas Team mit unseren Jüngsten kümmerten sich besonders um einige der ältesten Bewohner des Gnadenhofs, die Schildkröten. Zutraulich recken diese  ihre Köpfchen aus 
dem Panzer - ein Zeichen ihres Vergnügens so liebevoll berührt, gewaschen und eingeölt
zu werden. Für alle ersichtlich genossen die Schildkröten „Das Bad in der Menge“. 

Ihr neues Heim im frischen Gras und einem Blütenmeer aus Gänseblümchen machte ihren Tag perfekt.

© Agnes Forsthuber
Die Katzen haben vor Kurzem ihr geräumiges neues Domizil bezogen und sich dort gut eingelebt. Sie wurden von uns gebürstet und ausgiebig gestreichelt, wofür uns mit einem Schnurrkonzert gedankt wurde. Im letzten Jahr konnte Frau Mainus über 50 Katzen ver- 
mitteln, wir gratulieren zu dem tollen Vermittlungserfolg!

© Agnes Forsthuber
Ein weiteres Team hat das Gelände verschönert indem wir unzählige Blumen und Pflanzen eintopften und den Rasen mähten.

© Agnes Forsthuber

Dienstag, 28. März 2017

Schwarzpappelpflanzung an der Osterbek am 19.03.17

© Agnes Forsthuber
Im Renaturierungsgebiet der Osterbek haben wir, in Zusammenarbeit mit dem NABU Hamburg, am 3. Sonntag im März zwei Schwarzpappeln gepflanzt. Mit den Auwäldern und Überflutungsgebieten verschwand auch die Schwarzpappel aus unseren Landschaften. Heute steht sie auf der roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten, in Deutschland gibt es nur noch etwa 3000 Bäume.

Trotz des Dauerregens waren unsere Teams hochmotiviert. Ein Team machte sich daran in der nassen schweren Erde Löcher für die Bäume und die Stützpfosten auszuheben während die Kinder die Bäume schon mit Live To Love Girlanden schmückten. 

© Live To Love Germany

Ein weiteres Team sammelte Müll ein und fand dabei in einem Baumstamm unter dem Müll einen Geocach den ein paar Cacher bereits eifrig suchten. Wir haben den Cachern geholfen  und uns über Naturschutz und Müllvermeidung ausgetauscht.

Im Herbst haben wir Schmetterlingswiesen angelegt, mit der jetzigen Baumpflanzung haben wir etwas für die Nachfalter getan. Die raue Borke der Schwarzpappeln wird von vielen Faltern zur Eiablage und zur Verpuppung genutzt.  Wir hoffen dass Pappelschwärmer, Hornissenglasflügler oder der Pappelkarmin bald an der Osterbek vermehrt anzutreffen sein werden. Vögel wie der Eisvogel der im Renaturierungsgebiet wieder anzutreffen ist und Fledermäuse schätzen die Hohlräume die sich in älteren Bäumen bilden als sichere Orte um ihren Nachwuchs groß zu ziehen.

Die gepflanzten Schwarzpappeln sind ein wundervoller Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.
 
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Schon Hildegard von Bingen beschrieb die große Heilkraft der Pappel, die auch heute noch genutzt wird. Mit einem Wirkstoff wie in Aspirin wirken Salben aus Pappelrinde und -knospen schmerzlindernd, antibakteriell und helfen bei der Wundheilung oberflächlicher Hautverletzungen.

Bei Kaffee und Kuchen zum Abschluss unserer Aktion haben wir von Michael vom NABU Hamburg erfahren dass für einen weiteren Teil des Osterbekverlaufs eine Renaturierung        geplant ist. Wir freuen uns schon auf die Möglichkeit weitere wundervolle Bäume zusammen zu pflanzen.
© Live To Love Germany


 

Mittwoch, 8. März 2017

Besuch der Obdachlosen am 19.02.17

© Agnes Forsthuber
In Hamburg gibt es leider mehr Wohnungslose als Plätze in den Winterunterkünften zur Verfügung stehen. Zusätzlich zu Regen und Kälte haben die Menschen auf der Straße immer wieder mit der Vertreibung von halbwegs trockenen Plätzen und der Angst vor Anschlägen auf ihre Person zu kämpfen. Hunde sind daher für viele nicht nur ein treuer Begleiter, sondern auch ein wirksamer
Schutz gegen Übergriffe.

Am Sonntag haben wir Obdachlose in der Hamburg Innenstadt besucht und sie mit warmer Kleidung, Suppe, Brot und Obst versorgt.


© Agnes Forsthuber
Gleich zu Beginn unseres Rundgangs trafen wir auf einen Straßenmusiker der uns mit „Hallelujah“ von Leonard Cohen auf unsere Aktion einstimmte.

Die mitgebrachten Spenden wurden gerne genommen, wichtiger war jedoch für viele Menschen die freundliche Ansprache und die Möglichkeit einfach ihre Geschichte erzählen zur dürfen und dabei auf offene Ohren zu stoßen. 

Ein Herr konnte uns seine Geschichte leider nicht erzählen. Er war sehr krank und hatte bereits zwei Herzoperationen hinter sich. Bei einer der Operationen wurden seine Stimmbänder durch die Intubation so beschädigt, dass er stumm wurde. Nachdem wir Zettel und Stift rausgesucht hatten konnte er sich uns schriftlich mitteilen, sein Schicksal ging uns allen sehr nahe.


© Agnes Forsthuber
Bewegende und sehr schöne Momente ergaben sich dadurch dass die Kleinkinder unseres Teams ohne arg und liebevoll lächelnd ihre Bananen und Mandarinen mit den  Obdachlosen teilten. Eben noch finster blickende ältere Herren die nichts wollten, lächelten zurück und konnten das Obst der Kinder annehmen.

© Agnes Forsthuber